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Diplomanerkennung: Arbeiten in der Schweiz und der EU

 
 

In den bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz und der EU von 1999 werden einerseits die gegenseitige Anerkennung der Diplome der vier Medizinalberufe (Arzt, Zahnarzt, Tierarzt und Apotheker) und andererseits die gegenseitige Anerkennung der Weiterbildungstitel in Human- und Zahnmedizin geregelt. Zuständige Behörde für die Diplomanerkennung ist die Medizinalberufekommission des Bundesamtes für Gesundheit (MEBEKO).

 
 
 

Gerne geben wir Ihnen Auskunft über die Anerkennung von Diplomen im Ausland bzw. in der Schweiz. Unseren Mitgliedern stehen zudem praktische Ratgeber für die Länder Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien und Österreich zur Verfügung.

Wer das Apothekerdiplom ausserhalb der EU oder EFTA erworben hat, kann sein Diplom in der Regel nicht in der Schweiz anerkennen lassen.

Arbeiten in der EU

Durch das Freizügigkeitsabkommen können Schweizer in den EU-Staaten vereinfacht eine Arbeit aufnehmen und es gelten weitgehend die gleichen Lebens-, Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen wie für EU-Bürger. Das Recht des freien Personenverkehrs beinhaltet Regeln zur Koordination der Sozialversicherungssysteme und zur gegenseitigen Anerkennung von Berufsqualifikationen und wird ergänzt durch Regelungen zur begrenzten Erbringung von Dienstleistungen.

Die Broschüre „Schweizerinnen und Schweizer in der EU“ liefert Ihnen generelle Informationen zur Personenfreizügigkeit. Genauere Informationen zum Anerkennungsverfahren für die Länder Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien und Österreich finden sie in den entsprechenden Ratgebern des pharmaSuisse unter Vorlagen, Musterverträge und Leitlinien.

Broschüre: Schweizerinnen und Schweizer in der EU

Direkte Anerkennung von Diplomen aus EU/EFTA-Staaten

Aufgrund der bilateralen Verträge sind die Apothekerdiplome der einzelnen EU-Mitgliedstaaten dem eidgenössischen Apothekerdiplom gleichgestellt. Somit wird die Apothekerausbildung aus der EU in der Schweiz anerkannt und gilt als gleichwertig. Mit einem Diplom aus einem EU-Mitgliedstaat können Sie jederzeit in der Schweiz als Pharmazeut in der öffentlichen Apotheke (Offizin), einem Spital oder in der Industrie arbeiten. In der Apotheke können Sie ohne Anerkennung nur als angestellter Apotheker arbeiten, die Voraussetzungen für die selbständige Tätigkeit werden separat behandelt.

Je nach Kanton in dem Sie arbeiten möchten, benötigen Sie für die unselbständige Tätigkeit in einer Apotheke eine kantonale Berufsausübungsbewilligung. In der Regel werden diese vom Gesundheitsdepartement oder dem Kantonsapotheker des jeweiligen Kantons ausgestellt und man benötigt dafür zwingend eine (direkte) Diplomanerkennung des BAG. Wir empfehlen Ihnen sich direkt mit dem Kantonsapotheker des jeweiligen Kantons in Verbindung zu setzen.

Hierzu ist noch zu ergänzen, dass in der Offizin wichtig ist, die Sprache des jeweiligen Kantons zu beherrschen. Sofern Sie nicht Italienisch oder Französisch sprechen, macht deshalb eine Bewerbung in diesen Kantonen keinen Sinn.

Indirekte Anerkennung von Diplomen aus Drittstaaten

Anerkennt ein Vertragsstaat ein Drittstaatendiplom (Diplom erworben ausserhalb EU/EFTA), so kann die Schweiz diese Anerkennung anerkennen, wenn nachgewiesen ist, dass die gesuchstellende Person folgende Voraussetzungen kumulativ erfüllt:

  • Besitz der Staatsangehörigkeit der Schweiz oder eines Vertragsstaates der Schweiz (EU oder EFTA), bzw. Besitz der Staatsangehörigkeit eines dieser Staaten durch die/den Ehepartner/in

  • im Anerkennungsstaat uneingeschränkt mit denselben Rechten zur Berufsausübung berechtig ist, wie diejenigen Personen, die im Anerkennungsstaat die gesamte Ausbildung absolviert und das Diplom erworben haben

  • klinische Berufserfahrung im Anerkennungsstaat und/oder in der Schweiz eine aktuelle (d.h. nicht länger als 5 Jahre zurückliegende) im entsprechenden Beruf von mindestens 3 Jahren

  • über genügende Kenntnisse in einer schweizerischen Amtssprache (Niveau B2) verfügen

Sind diese Bedingungen für die indirekte Anerkennung erfüllt, kann ein Gesuch eingereicht werden.

Falls Sie ein Diplom eines Nicht-EU/EFTA-Staates erworben haben und dieses Diplom von einem anderen EU/EFTA-Staat nicht anerkannt wurde, können Sie Ihr Diplom in der Regel nicht in der Schweiz anerkennen lassen.

Verwalterstellung in einer Apotheke

Für die Verwaltung (Geschäftsführung) einer Apotheke, müssen Sie zusätzlich (zur kantonalen Berufsausübungsbewilligung) gemäss Artikel 37 Absatz 1 des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) und Art. 40 der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV) über eine strukturierte zweijährige praktische Weiterbildung verfügen. Die Institution santésuisse (Krankenversicherungsverband) ist zuständig für die Erteilung der Konkordatsnummern, mit welcher die Leistungserbringer mit der Krankenkasse abrechnen können. Gesuche sind an folgende Adresse zu stellen:

SASIS AG
Ressort ZSR
Postfach 3841
6002 Luzern 2 Universität

SASIS AG

Für die Verwaltung einer Apotheke brauchen Sie zudem zwingend eine kantonale Berufsausübungsbewilligung (unabhängig vom Kanton). In der Regel werden diese vom Gesundheitsdepartement oder vom Kantonsapotheker des jeweiligen Kantons ausgestellt und man benötigt dafür eine Diplomanerkennung des BAG.

Der Schweizerische Apothekerverband pharmaSuisse ist der Dachverband der Apothekerschaft in der Schweiz. Informationen zum Berufsstand, zu Projekten, Stellenangeboten und vielem mehr finden Sie auf unserer Homepage.

 
 

Kontakt

 

Anna Schlegel

Juristin

Abteilung Recht & Regulatorisches

T +41 (0)31 978 58 58

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