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Nur 5,7 % der Gesundheitskosten fallen auf Apotheken.

 
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Das Gesundheitswesen ist ein ständig wachsender Wirtschaftszweig.

 

Der Gesundheitssektor ist mit 71 Milliarden Franken pro Jahr ein volkswirtschaftlich wichtiger Bereich – und ein Wachstumsmarkt.

Seit dem Jahr 2000 sind die Gesundheitskosten von 42,8 auf 71,2 Milliarden Franken angestiegen

Bedarf an medizinischen Leistungen steigt

Die Bedeutung des Gesundheitssektors wird in Zukunft weiter zunehmen, denn aufgrund der wachsenden Bevölkerung und der sich ändernden Bevölkerungsstruktur – mit immer mehr älteren und chronisch kranken Menschen – steigt auch der Bedarf an medizinischen Leistungen. Gleichzeitig sorgt die rasante wissenschaftliche und technische Entwicklung für immer neue Behandlungsmöglichkeiten und damit für einen weiteren Kostenanstieg im Gesundheitswesen.

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Die Spitäler und die Ärzte sind die grossen Kostenverursacher und Kostentreiber.

 
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Ärzte verkaufen in der Schweiz ein Viertel aller Medikamente.

 
 

Die öffentliche Apotheke ist die wichtigste Säule der Medikamentenversorgung, sie ist aber nicht der einzige Kanal, über den Medikamente abgegeben werden. Weitere Absatzkanäle stellen in einigen Kantonen Ärzte sowie Spitäler, der Versandhandel und – für rezeptfreie Medikamente – Drogerien dar

Kantonal unterschiedlich geregelt

In der Schweiz unterscheiden sich die Regelungen für die Abgabe rezeptpflichtiger Medikamente je nach Kanton (siehe Seite 19): In einigen Kantonen dürfen diese Medikamente ausschliesslich in der Apotheke abgegeben werden (Rx). In anderen Kantonen ist es vorgesehen, dass die Ärzte eine Privatapotheke führen (Selbstdispensation, kurz SD) und Medikamente verkaufen. Einige Kantone erlauben eine eingeschränkte Selbstdispensation (Mischform).

Die Anwendung zum Beispiel von Spritzen in der Arztpraxis oder beim Hausbesuch durch den Arzt ist ein Notfall und somit überall und immer erlaubt.

 
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Falsche Anreize gefährden die Versorgungssicherheit.

 
 
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Die Grafik zeigt, in welchen Regionen weniger öffentliche Apotheken zur Verfügung stehen. Hier geht nicht nur die Qualitätssicherung der Medikation durch den Apotheker verloren, sondern auch der Zugang zu einer sicheren Eigenbehandlung mit Arzneimitteln sowie eine Reihe nützlicher Dienstleistungen zur Unterstützung einer gesunden Lebensweise.

Gefahr für die Versorgungssicherheit

Gleichzeitig fehlt die Infrastruktur der Apotheken, wenn es um die Versorgungssicherheit geht – nicht zuletzt in Randzeiten sowie an Sonn-und Feiertagen. In Anbetracht des Hausärztemangels ist diese Tatsache umso problematischer: Setzen die Ärzte ihre Forderung nach einer Ausweitung der Selbstdispensation durch, zieht das schwerwiegende Folgen für die Grundversorgung mit sich. Die Gefahr besteht, dass durch falsche Anreize die Versorgungssicherheit aufs Spiel gesetzt wird. Denn einerseits zerstört die Selbstdispensation das Apothekennetz, anderseits können viele Arztpraxen aufgrund des Hausärztemangels ihre Nachfolge nicht regeln. Somit wird sowohl die medizinische als auch die pharmazeutische Versorgung gefährdet.

 

Die Bevölkerung in der Schweiz zahlt 1 Milliarde aus der eigenen Tasche.

 
 

Zahlreiche Gesundheitsprobleme lassen sich direkt in der Apotheke abklären und mit rezeptfreien Medikamenten behandeln. Auf diese Weise ermöglichen die Apotheker eine sichere und wirksame Selbstmedikation: Einfache Erkrankungen können Kunden nach einer pharmazeutischen Beratung mit indizierten Medikamenten kurieren – ohne Besuch beim Arzt oder beim Notfalldienst des Spitals. Dadurch sinkt die Zahl der Konsultationen und die Behandlungskosten für medizinische Bagatellen werden reduziert.

Beratung in der Apotheke bremst Kostenanstieg

Auf der anderen Seite erkennen Apotheker Patienten, die eine ärztliche Behandlung benötigen, was unnötige Folgekosten einer Nichtbehandlung verhindert. Die Apotheker tragen auch hier dazu bei, den Kostenanstieg in der Grundversicherung zu bremsen.

Hohe Zahlbereitschaft der Bevölkerung

Durchschnittlich mindestens 732 Millionen Franken haben die Menschen in der Schweiz 2015 über den Apothekenkanal in selbst bezahlte Medikamente investiert. Dieser Anteil ergibt sich, wenn man von den Kosten der in den Apotheken verkauften Medikamente (4165 Millionen) diejenigen der rezeptpflichtigen Medikamente zulasten der obligatorischen Kranken-und Pflegeversicherung (OKP) (2943 Millionen) sowie die selbst bezahlte ärztliche Medikation (193 Millionen, u. a. Pille, Pille danach, Viagra) und die rezeptfreien Medikamente zulasten der OKP (297 Millionen) abzieht. Dazu kommen Prämien für allfällige freiwillige Zusatzversicherungen, die Medikamente bezahlen, die von der Grundversicherung nicht gedeckt werden.

 
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Die Apotheken haben ihre Hausaufgaben gemacht.
Wann folgen die anderen Akteure?

 

Seit 2001 verfügen die Apotheker über ein bewährtes Tarifsystem: die Leistungsorientierte Abgeltung (LOA). Die LOA soll sicherstellen, dass Apotheker ihre Leistungen bei der Abgabe eines rezept-und kassenpflichtigen Medikaments weitgehend unabhängig von dessen Preis und Menge verrechnen können. Die Medikamentenkosten steigen seit der Einführung des Tarifvertrags LOA deutlich langsamer als die übrigen Gesundheitskosten.

Ertrag seit Jahren rückläufig

Der Ertrag der Apotheken pro abgegebene Packung ist aufgrund verschiedener Sparmassnahmen seit Jahren rückläufig. Diese bedrohliche Entwicklung wird anhand der Preisindizes diverser Warengruppen der Gesundheitspflege deutlich. Die Preisindizes bilden die Entwicklung der durchschnittlichen Erträge der verschiedenen Warengruppen ab. Der Preisindex für Medikamente hebt sich deutlich von demjenigen anderer Bereiche des Gesundheitswesens ab und sinkt rapide: Seit dem Jahr 2000 ist er von 100 auf 52,8 gefallen.

Wirtschaftliche Herausforderung

Heute sind über 20 % der Apotheken aufgrund ihres geringen Gewinns in einer wirtschaftlich schwierigen Lage. Weitere Ertragssenkungen sind für diese Apotheken mit dem gegenwärtigen Preismodell nicht mehr zu verkraften. Der notwendige Erlös zur Deckung der Personal-, Infrastruktur-und übrigen Betriebskosten einer Apotheke sinkt infolge der verordneten Preissenkungen der letzten Jahre kontinuierlich. Der Index der Medikamentenpreise hat zwischen 2000 und 2015 47,2 Indexpunkte verloren. Das entspricht einer Reduktion von knapp 50 %. Trotz einer teilweisen Kompensation der Einbussen durch die Mengenausweitung wird es immer schwieriger, die steigenden Personal-und Betriebskosten in der Apotheke zu decken. Ausserdem müssen Apotheken in Infrastruktur, Fort-und Weiterbildung investieren. Reichen die Mittel dazu nicht aus, ist die Existenz der Apotheke längerfristig gefährdet.

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