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Mit dem Tarifvertrag LOA sparen Apotheken über eine Milliarde Franken ein.

 
 
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Das Volumen der rezeptpflichtigen Medikamente zulasten der Grundversicherung steigt weiter stark an – ganz anders als der Ertrag des Apothekers, der dieser Entwicklung entgegenläuft. Gerade bei sehr günstigen und extrem hochpreisigen Medikamenten übersteigt der Kostenaufwand den Ertrag. Die Kluft zwischen Aufwand und Ertrag wird somit immer grösser und bringt viele Apotheker in wirtschaftliche Bedrängnis. Grösstmögliche Sicherheit für Patienten, eine faire Abgeltung und die Beseitigung finanzieller Fehlanreize: Das sind die Ziele des Tarifvertrags LOA.

Preisunabhängige Verrechnung

Seit der Einführung 2001 stellt die LOA sicher, dass Apotheker ihre Leistungen bei der Abgabe eines rezept-und kassenpflichtigen Medikaments weitgehend preisunabhängig verrechnen können. Dank dieses Abgeltungssystems haben die Apotheken seit 2001 gut eine Milliarde Franken zugunsten der Prämienzahler eingespart.

Aufgrund der Mengenausweitung und der hinterherhinkenden Ertragsentwicklung muss die LOA zwingend weiterentwickelt werden. Während der Aufwand und das Absatzvolumen in der Apotheke stetig wachsen, kann der Ertrag des Apothekers mit dieser Entwicklung nicht mithalten.

 

Weitere Preissenkungen können nur mit Personalabbau aufgefangen werden.

 

Damit Apotheken weiterhin ihren unverzichtbaren Beitrag für die medizinische Grundversorgung leisten können, müssen sie als KMU im wirtschaftlichen Umfeld bestehen können. Das Besondere an der Situation der Apotheken: Sie sind bei einem Teil ihrer Produkte, nämlich bei jenen Medikamenten, die von der Krankenkasse bezahlt werden, nicht frei in der Preisgestaltung. Die staatlich verfügten Preissenkungen bei steigenden Betriebskosten und Löhnen führen zu sinkenden Bruttomargen.

 
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Hohe Personalkosten

2014 betrug die Bruttomarge im durchschnittlichen Mittelwert 35,7 Prozent des Betriebserlöses (siehe Grafik links oben). 20,4 Prozent des Betriebserlöses wenden Apotheken für die Personalkosten auf, weitere 8,2 Prozent fallen für den sonstigen Betriebsaufwand an (unter anderem Infrastruktur-und Logistikkosten), sodass eine mittlere Schweizer Apotheke am Ende einen durchschnittlichen Gewinn vor Abschreibungen und Steuern (EBITDA) von 7,0 Prozent verzeichnet. Je nach Grösse, Standort, Ausrichtung und Umfeld der Apotheke kann dieser allerdings sehr stark variieren.

20 % der Apotheken gefährdet

Apotheken müssen einen Teil dieser Summe reinvestieren, zum Beispiel in Software, Infrastruktur und Fortbildung. Bereits heute sind 20 Prozent der Apotheken aufgrund ihres geringen Gewinns in einer wirtschaftlich schwierigen Lage. Weitere Preissenkungen sind für diese Apotheken nicht mehr zu verkraften.

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20 145 Personen in der Schweiz verdienen ihren Lohn in der Apotheke.

 
 

Die Apotheken sind mit ihrem hochqualifizierten Gesundheitspersonal nicht nur eine wichtige Säule der medizinischen Grundversorgung, sondern sie sind auch Unternehmen und damit ein wichtiger Bestandteil des Schweizer Gewerbes. Sie beschäftigen, inklusive der Apotheker als Medizinalpersonen, insgesamt 20 145 Personen und ermöglichen als Ausbildungsstätten jedes Jahr etwa 1000 Lernenden den Start ins Berufsleben.

Beliebte Teilzeitstellen

Apotheken bieten eine gute Möglichkeit für Teilzeitarbeit, was gerade Müttern ermöglicht, Berufs-und Familienleben zu vereinen.

 
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Die Therapieuntreue kostet in der Schweiz jährlich 30 Milliarden Franken.

 
 
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Jedes Jahr werden tonnenweise Medikamente in den Abfall geworfen – eine immense Verschwendung, die unbedingt eingeschränkt werden muss. Durch eine bessere Kommunikation zwischen den Gesundheitsspezialisten verbessert sich die Verschreibungsqualität, sodass nur tatsächlich benötigte Medikamente verordnet werden. Der digitale Austausch, wie er im elektronischen Patientendossier vorgesehen ist, kann beispielsweise verhindern, dass Medikamente doppelt verschrieben werden.

Mangelnde Therapietreue

Gleichzeitig muss die Therapietreue gefördert werden. Nur wer die Notwendigkeit der Therapie sowie die Folgen eines Therapieunterbruchs versteht, nimmt seine Medikamente ein. Doch leider landen viele Medikamente im Abfall: zum Beispiel aus Angst vor Nebenwirkungen oder weil der Patient nicht glaubt, dass er das Präparat wirklich braucht. Dies ist häufig bei schleichenden Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes oder Nierenleiden der Fall, weil die Folgen der Krankheiten erst in einem sehr späten Stadium zu spüren sind – nämlich dann, wenn bereits irreparable Schäden eingetreten sind. Eine der Kernaufgaben der Apotheker ist es deshalb, wichtige Hintergründe nochmals in Ruhe zu erklären. Das ist nur möglich, wenn das Medikament tatsächlich in der Apotheke bezogen wird.

 

Die Apotheken sparen jährlich Milliarden ein.

 

80 Prozent der Kosten der obligatorischen Kranken-und Pflegeversicherung (OKP) fallen auf 2,2 Millionen chronisch kranke Menschen in der Schweiz. Ein chronisch kranker Mensch, der sich an die angeordnete Therapie hält, löst durchschnittlich 10 000 Franken Kosten pro Jahr aus. Demgegenüber sind die Kosten bei einem nicht therapietreuen chronisch kranken Menschen vier Mal hö¬her. Die Erhöhung der Therapietreue weist daher ein sehr grosses Einsparpotenzial auf. Umso zentraler ist die Rolle der Apotheker: Bereits heute helfen sie den Patienten, ihre Therapietreue zu erhö¬hen und zu halten, beispielsweise mit dem Polymedikations-Check. Das zusätzliche Potenzial ist gewaltig.

Zu den staatlich verfügten Preissenkungen und der Umstellung des Abgeltungssystems (LOA) kommt die Generikasubstitution durch die Apotheker – mit einer entsprechenden Regelung im Krankenversicherungsgesetz. Besteht ein Patient darauf, das Originalpräparat zu beziehen, obwohl ein gleichwertiges Generikum verfügbar ist, erhöht sich der Selbstbehalt von 10 auf 20 Prozent.

Beratung fördert Therapietreue

Eine weitere kostendämpfende Massnahme ist der Polymedikations-Check, bei dem der Apotheker alle verordneten Medikamente, die ein Patient einnimmt, kontrolliert und durch eine gezielte Beratung die korrekte Einnahme und Therapietreue sicherstellt.

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Qualitätszirkel zwischen Apothekern und Ärzten senken die Kosten.

 

Die Qualitätszirkel Ärzte – Apotheker dienen neben der Patientensicherheit der Kostenoptimierung. Dabei beraten Apotheker Ärzte, die ihre Verschreibungsgewohnheiten optimieren wollen. Die interprofessionelle Zusammenarbeit ermöglicht, dass die bestmögliche Medikation zu einem angemessenen Preis gefunden wird.

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Das Beispiel zeigt: Der Kostenanstieg ohne Qualitätszirkel betrug rund 75 Prozent mit Qualitätszirkel konnte er auf 35 Prozent gesenkt werden. 2015 haben die teilnehmenden Ärzte des Qualitätszirkels rund 225 000 Franken eingespart.

 

Pharmazeutische Heimbetreuung senkt die Kosten.

 

Der Programmeffekt der pharmazeutischen Betreuung zeigt, dass die durchschnittlichen Tageskosten der Medikamente von 2009 bis 2014 um rund 20 Prozent abnahmen. In den Kontrollgruppen mit anderen Heimen ohne pharmazeutische Betreuung stiegen die Kosten dagegen leicht an.

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