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Der Medikamentenhöchstpreis wird behördlich festgelegt.

 

Der Publikumspreis der Medikamente in der Spezialitätenliste (SL) wird behördlich festgelegt. Er setzt sich zusammen aus dem Fabrikabgabepreis, dem Vertriebsanteil, mit dem die Apotheken u. a. ihre Infrastruktur-, Logistik-und Personalkosten und auch den Grossisten bezahlen müssen, sowie der Mehrwertsteuer.

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Der Apotheker verdient an teuren Medikamenten am wenigsten.

 

Der Vertriebsanteil besteht aus einem preisbezogenen Zuschlag (%) und einem fixen Zuschlag je Packung. Der preisbezogene Zuschlag sinkt ab einem Fabrikabgabepreis von 880 Franken und entfällt bei Medikamenten ab 2570 Franken komplett, was bei hochpreisigen Medikamenten zu Problemen führt.

 
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Die Preise bei hochpreisigen Medikamenten sind in den letzten drei Jahren exponentiell gewachsen, während sie bei den günstigen Medikamenten aktiv gesenkt wurden. Doch gerade diese Preiskategorien am unteren und oberen Ende der Skala stellen für viele Leistungserbringer eine Zerreissprobe dar, weil die Regeln bei der preisunabhängigen Abgeltung in diesen Bereichen ausser Kraft gesetzt wurden.

 
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Der Apotheker legt bei teuren Medikamenten drauf.

 

Bei der Abgabe sehr teurer Arzneimittel macht der Apotheker ein Verlustgeschäft. Das hat mehrere Gründe: Zum einen verlangt der Grossist einen deutlich höheren Zuschlag, weil er bei diesen sel¬tenen Präparaten höhere Lagerrisiken hat. Gleichzeitig steigen die Zinsen. Diese fallen an, weil vom Einkauf des Medikaments über die Abgabe an den Kunden bis hin zur Rückerstattung durch die Krankenkasse einige Monate vergehen können. Bei Medikamenten mit einem Fabrikabgabepreis ab 10 000 Franken pro Packung schlagen diese Kosten entsprechend zu Buche. Gleichzeitig entstehen oft höhere Lager-und Transportkosten, weil besondere Lagerbedingungen nötig sind. Doch die Marge ist ab einem Fabrikabgabepreis von 2570 Franken plafoniert – bei 240 Franken, die sich Grossisten und Apotheker teilen (Beispiele siehe: Der Apotheker verdient an teuren Medikamenten am wenigsten).

Grosse Verschiebungen innerhalb der Preisklassen

Auch an sehr preiswerten Medikamenten verdienen Apotheker kaum etwas. Das liegt daran, dass die Lager-und Logistikkosten den Vertriebszuschlag auffressen. Bis vor einiger Zeit war der Anteil der sehr günstigen und sehr teuren Medikamente eher gering. Doch in den vergangenen Jahren gab es Verschiebungen innerhalb der Preisklassen: Nun befinden sich viel mehr Medikamente in den untersten und obersten Preisklassen – also jenen Bereichen, in denen dem Apotheker mehr Kosten als Einnahmen entstehen. Das liegt einerseits an den behördlich verfügten Preissenkungen, durch die es immer mehr günstige Medikamente gibt. Anderseits hat der wissenschaftliche Fortschritt zu sehr teuren Neuentwicklungen geführt. So klafft die Preisschere immer mehr auseinander. Dies führt den Tarifvertrag Leistungsorientierte Abgeltung (LOA) ad absurdum und gefährdet dessen Errungenschaften. Die Preisklassen müssen deshalb dringend angepasst werden, weshalb der Bundesrat das Bundesamt für Gesundheit beauftragt hat, bis Ende Februar 2016 eine unabhängige Preisklassenanalyse erstellen zu lassen.

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