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OKP-Anerkennungszertifikat

 

OKP-Anerkennungszertifikat für eine spätere Zulassung zur Abrechnung mit der OKP.

 
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Ermöglicht die BAB die Abrechnung zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP)?

 

Nein, die Bewilligung zur Berufsausübung in eigener fachlicher Verantwortung (BAB) reicht nicht aus, um zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) abrechnen zu können. Hierfür ist zusätzlich eine Zulassung zur Tätigkeit zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung notwendig.

 

Wer überprüft und erteilt die Zulassung zur Abrechnung mit der OKP?

 

Ab 1.1.2022 sind die Kantone für die Zulassung zuständig.

 

Welche Vorgaben gelten für Apotheker, um gemäss revidierter Krankenversicherungsverordnung (Inkrafttreten am 1.1.2018) mit der OKP abrechnen zu können?

 

In der revidierten Verordnung über die Krankenversicherung (KVV) wird festgehalten, dass Apotheker ab dem Inkrafttreten der Verordnung (1.1.2018) zur Abrechnung mit der OKP einen eidgenössischen Weiterbildungstitel in Offizinpharmazie benötigen.

Dabei gelten folgende Übergangsbestimmungen:

▪ Apotheker, die bei Inkrafttreten der KVV-Änderung bereits zur Tätigkeit zulasten der OKP zugelassen waren, bleiben zugelassen – auch ohne eidgenössischen Weiterbildungstitel.

▪ Apotheker, die bei Inkrafttreten der KVV-Änderung noch nicht zur Tätigkeit zulasten der OKP zugelassen waren, aber über eine am 31.12.2017 gültige BAB zur selbständigen Berufsausübung verfügen, können sich auch ohne eidg. Weiterbildungstitel die Zulassung zur Abrechnung mit der OKP sichern – sofern sie eine zweijährige praktische Weiterbildung/Tätigkeit (24 Monate) zu 100% in einer Schweizer Offizinapotheke nachweisen können oder über einen privatrechtlichen Weiterbildungstitel «Fachapotheker FPH in Offizinpharmazie» verfügen.

Ausführungen dazu siehe unten.

 

Ich kann bereits heute mit der OKP abrechnen und habe eine aktive K-Nummer. Muss ich aktiv werden?

 

Nein. Wenn Sie bereits heute zur Abrechnung mit der OKP zugelassen sind und eine aktive K-Nummer haben, bleiben Sie weiterhin zugelassen. Ihre K-Nummer bleibt in diesem Fall auch ohne eidg. Weiterbildungstitel bestehen – sofern alle weiteren Zulassungskriterien, die zur Tätigkeit zulasten der OKP gesetzlich vorgegeben sind, nach wie vor erfüllt sind (z.B. gültige Berufsausübungsbewilligung).

 

Ich bin noch nicht zur Abrechnung mit der OKP zugelassen, habe aber einen eidg. Weiterbildungstitel «Fachapotheker:in in Offizinpharmazie». Muss ich aktiv werden?

 

Nein, denn mit dem Besitz eines eidg. Weiterbildungstitels «Fachapotheker:in in Offizinpharmazie» haben Sie die wichtigste Voraussetzung erfüllt, damit die Zulassung zur Abrechnung mit der OKP beantragen zu können.
Ab 1.1.2022 sind die Kantone für die Zulassung zuständig.

 

Was kann an die geforderte zweijährige praktische Weiterbildung/Tätigkeit angerechnet werden?

 

▪ Es ist eine praktische Weiterbildung/Tätigkeit entsprechend einem Pensum von 100% während 2 Jahren gefordert.

▪ Die praktische Tätigkeit muss in einer Schweizer Offizinapotheke unter der Leitung eines als Leistungserbringer zugelassenen Apothekers (d.h. in einer Apotheke mit ZSR-Nummer) absolviert worden sein.

▪ Tätigkeiten ab dem Erhalt des Apothekerdiploms werden angerechnet. Für ausländische Apothekerdiplome muss eine eidg. Anerkennung vorliegen.

▪ Die geforderte praktische Tätigkeit kann in Teilzeit absolviert werden, verlängert sich dann aber dementsprechend.

▪ Die zweijährige praktische Tätigkeit muss nicht an einem Stück erfolgt sein, sondern kann über einen längeren Zeitraum bei verschiedenen Arbeitgebern absolviert worden sein.

▪ Arbeitsperioden ab einem Monat können angerechnet werden.

▪ Das Pensum aller Tätigkeitsperioden muss im zeitlich gewichteten Durchschnitt mindestens 50% betragen.

▪ Die zweijährige praktische Tätigkeit muss bis zum 31.12.2019 beendet worden sein.

 

Wann und wie kann ich das OKP-Anerkennungszertifikat bei pharmaSuisse anfordern und welche Unterlagen muss ich dafür einreichen?

 

Sobald Sie die geforderte zweijährige praktische Tätigkeit gemäss den Bedingungen unter 1.10 absolviert haben, können Sie bei pharmaSuisse das OKP-Anerkennungszertifikat anfordern. Das Zertifikat können Sie unter diesem Link elektronisch beantragen.

 

Bei der Antragstellung werden Sie aufgefordert, Ihr eidgenössisches oder eidgenössisch anerkanntes ausländisches Apothekerdiplom einzureichen. Zudem müssen Sie Ihre BAB zur selbstständigen Berufsausübung vorlegen. Des Weiteren werden Sie aufgefordert, Ihre absolvierte praktische Tätigkeit in der aufgeschalteten Exceltabelle zu deklarieren und mit entsprechenden Arbeitsbestätigungen zu belegen. Hinweis: Auf den eingereichten Arbeitsbestätigungen muss das Arbeitspensum zwingend deklariert sein.

 

Was kostet die Erteilung des OKP-Anerkennungszertifikats?

 

Die Kosten des Zertifikats belaufen sich auf CHF 195 (inkl. MwSt.) für Nicht-Mitglieder und auf CHF 140 (inkl. MwSt.) für Mitglieder von pharmaSuisse.

 

Ich habe bereits 1997 oder 1998 bei pharmaSuisse einen «Ausweis für die Weiterbildung nach KVG» beantragt. Brauche ich trotzdem ein OKP-Anerkennungszertifikat für eine spätere Zulassung zur Abrechnung via OKP?

 

Ja, die durch pharmaSuisse in den Jahren 1997/1998 ausgestellten «Ausweise für die Weiterbildung nach KVG» sind nicht mehr gültig und können nicht mehr für den Nachweis der zweijährigen praktischen Tätigkeit verwendet werden.

Da das Ausstellen der Zertifikate mehr als 10 Jahre zurückliegt, kann pharmaSuisse nicht mehr auf die damals eingereichten Unterlagen zurückgreifen.

Der Nachweis der zweijährigen praktischen Tätigkeit muss deshalb erneut durch Einreichen von Arbeitsbestätigungen erbracht werden.

 

Disclaimer

 

Aufgrund einer Gesetzesänderung sind seit dem 1.1.2022 neu die Kantone für die Zulassung zur Tätigkeit zu Lasten der OKP zuständig. Da die Verfahren jeweils kantonal geregelt sind und es bisher keine einheitliche Praxis gibt, ist noch unklar, ob und wie das OKP-Zertifikat fortan genutzt wird. pharmaSuisse steht im Kontakt mit den Kantonen und wird hier wie auch via Kommunikationsmittel über neue Entwicklungen informieren.