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Die SGK-N nimmt das Tiefstpreisprinzip für Generika an

Das Tiefstpreisprinzip gefährdet nicht nur die Versorgungssicherheit, sondern auch die Therapietreue, die therapeutische Sicherheit, von chronischen Patienten. pharmaSuisse begrüsst es, wenn sich die Kommission mit der Position, die gemeinsam mit Curafutura eingereicht wurde, befasst.

Der Schweizerische Apothekerverband pharmaSuisse nimmt konsterniert die Vorschläge der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates zur Kenntnis, die diese im Rahmen der Prüfung der Massnahmen zur Kostendämpfung formuliert hat.

Apotheker müssen das billigste Medikament abgeben

Als Arzneimittelexperten vertreten die Apotheker den Grundsatz, dass das am besten geeignete Medikament zum günstigsten Preis abzugeben sei und nicht einfach das preiswerteste.

pharmaSuisse hat sich immer gegen das «Billigstprinzip» ausgesprochen, das die Qualität in den Wind schlägt, die Konkurrenz beseitigen und die Versorgungssicherheit gefährden wird (unsere Position zu den Medikamentenengpässen). Werden Apotheker oder abgebende Ärzte verpflichtet, immer das kostengünstigste Medikament abzugeben, wird dies chronische Patienten dazu zwingen, ihre Medikamente häufig zu wechseln und/oder die Preisdifferenz zu zahlen (Fakt 15 Ein therapietreuer Patient verursacht 4 × weniger Kosten als ein therapieuntreuer). Zudem gefährdet dies die Therapietreue.

Der Vertriebsanteil ist fix und basiert auf dem billigsten Medikament

pharmaSuisse fordert, dass der Vertriebsanteil (Art. 38 KLV), mit dem die Logistikleistungen von Apotheken und Grossisten abgegolten werden, vom Fabrikabgabepreis des Medikaments losgelöst wird.

 

Der Vorschlag der SGK-N, für alle austauschbaren Generika nur die kleinste Marge zu übernehmen, gefährdet die Positionierung der Apotheken in der Grundversorgung, wie sie vom Bundesrat gewünscht wird (Bericht vom 12.10.2016).

 

Wir erleben in den letzten Jahren eine massive Verschiebung der Medikamenten-Preisklassen: Fast 98 % der Arzneimittel der Spezialitätenliste (SL) machen weniger als 50 % der von der OKP übernommenen Kosten aus (Quelle: IQVIA). Fallen die Fabrikabgabepreise jedoch deutlich unter 15 Franken, wirkt sich dies in hohem Masse auf den Vertriebsanteil (Art. 38 KLV) aus. Ganz im Gegensatz zu den steigenden Logistikkosten aufgrund des zunehmenden Mengenwachstums bei den Medikamenten sinken die Vertriebseinnahmen kontinuierlich. Mit dem heutigen System arbeiten die Offizinapothekerinnen und -apotheker, die einen hochstehenden Service public erbringen, mehr und verdienen weniger!

 

pharmaSuisse erinnert diesbezüglich daran, im Januar 2019 mit curafutura – den innovativen Krankenversicherern – beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine gemeinsame Position abgegeben zu haben. Dies mit einem Vorschlag, der eine Abkopplung der Margen von den Fabrikabgabepreisen von Medikamenten ermöglicht. So würden alle Probleme mit Fehlanreizen gelöst, nicht nur bei den Generika. pharmaSuisse begrüsst es, wenn sich die Kommission an ihrer nächsten Sitzung mit diesem Vorschlag befasst.