logo pharmaSuisse mit Schriftzug
 

Gentests in der Apotheke

 

pharmaSuisse befürwortet die Verschreibung von Gentests durch Apotheker:innen, sofern die Analysen mit passenden Angeboten zur Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung einhergehen.

 
sitepic_gentest_apotheke
 

Der Apothekerverband pharmaSuisse ist überzeugt, dass mit der Veranlassung von genetischen Untersuchungen in der Apotheke die klinischen Kompetenzen der Apothekerinnen und Apotheker besser genutzt werden im Sinn von patientenorientierten, integrierten und interprofessionellen Abläufen im Gesundheitssystem. Die Apothekerschaft verfügt dank ihres breiten Gesundheits- und Pharmaziewissens und der einfachen Erreichbarkeit über optimale Voraussetzungen dafür.

Mit dem 2018 revidierten Bundesgesetz zu genetischen Untersuchen beim Menschen (GUMG) wird neu zwischen genetischen Untersuchungen im medizinischen und solchen ausserhalb des medizinischen Bereichs unterschieden. Während Untersuchungen im medizinischen Bereich grundsätzlich dem Arztvorbehalt unterliegen, sollen im nicht-medizinischen Bereich auch Apotheker und andere Gesundheitsfachpersonen Untersuchungen veranlassen können. Der Bundesrat hat zudem die Möglichkeit, gewisse Untersuchungen im medizinischen Bereich auch nicht-ärztlichen Fachpersonen zugänglich zu machen, z.B. pharmakogenetische Untersuchungen durch die Apotheker. Eine Unterscheidung zwischen Apotheker und Ärzten bei der Veranlassung von genetischen Untersuchungen muss mit einem übergeordneten Interesse der Bevölkerung objektiv begründbar sein. Apotheker unterstehen denselben Aus- und Weiterbildungspflichten sowie Berufspflichten inkl. Geheimhaltungspflicht wie die Ärzteschaft.

 

Mit dem vorliegenden Papier fordert pharmaSuisse die Berücksichtigung der entsprechenden Vorschläge der Apothekerschaft bei der Ausarbeitung des Verordnungsrechts.

 

Forderungen

  • Apotheker mit Fachtitel sollen mit Zustimmung der betroffenen Person genetische Tests zur Abklärung der Wirkungen einer möglichen Therapie (Pharmakogenetik) veranlassen können.

  • Apotheker mit Fachtitel sollen mit Zustimmung der betroffenen Person genetische Untersuchungen bei Erwachsenen zur Abklärung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Krankheitsrisiken für multifaktorielle Krankheiten mit geringer Auftretenswahrscheinlichkeit veranlassen können (z.B. Herz-Kreislauferkrankungen usw.), sofern anerkannte Präventionsmassnahmen möglich sind.

  • Apotheker sollen alle genetischen Tests veranlassen können, die nicht eindeutig dem medizinischen Bereich zugeordnet werden können.

  • Die erlaubten Untersuchungen werden auf Verordnungsebene nicht einzeln in einer Liste erfasst, sondern möglichst allgemein umschrieben.

  • Bei erwiesener Evidenz der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit sollen insbesondere pharmakogenetische Tests in die Analysenliste aufgenommen und zusammen mit den Leistungen der Apotheker (allenfalls über Tarifverträge) auch ohne ärztliche Verschreibung vergütet werden können.

  • Die Leistung der Apotheker bei genetischen Untersuchungen im Rahmen von nationalen oder kantonalen Programmen soll gleich wie bei anderen Leistungserbringern vergütet werden.

 
 
 

Detailausführungen