logo pharmaSuisse mit Schriftzug
 

Publikation «Fakten und Zahlen»

 
 

Wie viele Apotheken gibt es in der Schweiz und wie tief ist der Wert im europäischen Vergleich? Wie hoch ist der Wert der Apotheke für die Bevölkerung: Was leisten die Apotheken tagtäglich für ihre Kunden und wie dämpfen sie die Kosten im Gesundheitswesen?

 
aktuelles_Fakten-und-Zahlen_2021_Bild_de
 
 

37 Fakten geben Auskunft. Die Broschüre im Postkartenformat beantwortet alle Fragen rund um die gesundheitspolitische und volkswirtschaftliche Relevanz der Apotheken in der Schweiz. Und liefert anschaulich die Fakten dazu: Grafiken und Statistiken belegen den hohen Nutzen der Apotheken und ihre geringe Belastung der Krankenkassenprämie.

 
Fakten und Zahlen pharmaSuisse 2021
 

Fakt 1: Über 22 000 Personen in der Schweiz verdienen ihren Lohn in der Apotheke.

 

1819 Apotheken in der Schweiz sind mit ihrem qualifizier­ten Personal eine tragende Säule der medizinischen Grund­versorgung. Die Mitarbeitenden beraten ihre Kundinnen und Kunden auf Augenhöhe zu allen Fragen rund um die Gesund­heit. Ohne Voranmeldung und einfach zugänglich erhalten Jung und Alt rasche Unterstützung bei akuten Gesundheits­störungen. Genau so wertvoll sind die Dienstleistungen der Apothekenteams bei Vorsorgethemen. Und für chronisch und mehrfach kranke Menschen ist die Apotheke ein wich­tiger Anker, um ihre Lebensqualität hoch zu halten und ihre Medikamente sicher und zielführend einzunehmen.

 

Beliebte Arbeitgeber 

Apotheken sind ein wichtiger Bestandteil des Schweizer Gewerbes und garantieren Ausbildungs­ und Arbeitsplätze. Die Tatsache, dass oft Hausärzte fehlen, erhöht die Bedeu­tung der medizinischen Erstversorgung in der Apotheke, denn bei vielen unkomplizierten Gesundheitsproblemen bietet die Apotheke eine Lösung. Als KMU beschäftigen Apotheken in der Schweiz insgesamt 22 212 Personen. Jedes Jahr ermöglichen Apotheken über 1000 Lernenden den Start ins Berufsleben. Apotheken bieten zudem beliebte Modelle für Teilzeitarbeit.

 
Fakt 01 2021 Fakten und Zahlen DE

Fakt 1: Über 22 000 Personen in der Schweiz verdienen ihren Lohn in der Apotheke.

 

Fakt 2: Die Anzahl Apotheken pro Einwohner sinkt kontinuierlich.

 

Im Dezember 2019 gibt es in der Schweiz 1819 öffentliche Apotheken – das sind 13 mehr als Ende des Vorjahrs. Die kleine Zunahme darf jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass die Anzahl der Apotheken im Verhältnis zur wachsenden Bevölkerung stetig sinkt: Im Jahr 2010 kamen auf 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner 22 und im Jahr 2019 nur noch 21 Apotheken. Der europäische Durchschnitt liegt bei 32 (siehe Fakt 6).

Fakt 02 2021 Fakten und Zahlen DE

Fakt 2: Die Anzahl Apotheken pro Einwohner sinkt kontinuierlich.

 

Fakt 5: Im umkämpften Markt bewegen sich Apotheken in einer grossen Dynamik.

 

Ende 2019 gibt es in der Schweiz 1819 Apotheken. Davon sind 1515 Apotheken dem Verband pharmaSuisse angeschlossen, der Organisationsgrad beträgt somit 83,3%.

Synergien nutzen

In Gruppierungen und Einkaufsgemeinschaften schliessen sich unabhängige Apotheken zusammen, um von Synergien zu profitieren. Die Apothekerin bleibt unabhängige Inhaberin und verwaltet ihre Apotheke selbstständig. Ketten gehören zu einem zentral verwalteten Unternehmen, die verantwortliche Apothekerin arbeitet als verantwortliche Medizinalperson der Apotheke für das Unternehmen.

Fakt 05 2021 Fakten und Zahlen DE

Fakt 5: Im umkämpften Markt bewegen sich Apotheken in einer grossen Dynamik.

 

Fakt 7: Es braucht mehr Apothekerinnen und Apotheker in der Schweiz.

 
 
Fakt 07 2021 Fakten und Zahlen DE

Fakt 7: Es braucht mehr Apothekerinnen und Apotheker in der Schweiz.

 

Mehr Kompetenzen für Apothekerinnen und Apotheker

Das aktuelle Pharmaziestudium ist sehr praxisorientiert. Angehende Apothekerinnen und Apotheker werden optimal darauf vorbereitet, eine Erstabklärung in der Apotheke vorzunehmen. Der Fokus liegt auf der patientenorientierten Pharmazie. Dabei lernen die Studierenden, eine gründliche Anamnese und Triage vorzunehmen, um zu entscheiden, ob sie einer Kundin ein Medikament abgeben oder sie an eine Arztpraxis oder ins Spital überweisen müssen. Die Grundkenntnisse zum Impfen sowie zur Diagnose und Behandlung häufiger Gesundheitsstörungen und Krankheiten werden heute bereits im Studium vermittelt.

 

Fakt 10: Das Vertrauen in Apothekerinnen und Apotheker steigt.

 

Im Vergleich zu den Vorjahren ist das Vertrauen in Anlaufstellen wie dem spezialisiertem Arzt oder der Notaufnahme eingebrochen. Anders bei den Apotheken: Beeindruckende 90% der Bevölkerung vertrauen den Apotheken bei Krankheiten mit normalem Verlauf. Die Aspekte des einfachen Zugangs zu Apotheken, die Bindung an eine bestimmte Apotheke und die Rolle als Beratungszentrum bilden die Basis für das Grundvertrauen in der Bevölkerung

Praktischer Gang in die Apotheke

80% der Befragten stimmen der Aussage zu, dass Apotheken die erste Anlaufstelle sind zur Erklärung von Medikamenten und mit ihren unkomplizierten Lösungen Kosten sparen (77%). Nur 22% der Befragten finden den OnlineVersand von Medikamenten praktischer als den Gang in die Apotheke.

 

Vertrauen in Akteure bei Krankheit mit normalem Verlauf

Auf der Grafik abgebildet sind Befragte der repräsentativen Umfrage «Apothekenmonitor 2020», die bei folgender Frage «vertrauen sehr» oder «vertrauen eher» angegeben haben: «Nehmen wir an, Sie haben eine Krankheit mit normalem Verlauf. Wie gross ist Ihr Vertrauen in die nachfolgenden Akteure oder Medien, Sie in diesen Fragen richtig als erste Anlaufstelle zu betreuen?».

 
Fakt 10 2021 Fakten und Zahlen DE

Fakt 10: Das Vertrauen in Apothekerinnen und Apotheker steigt.

 

Fakt 15: Apotheken sind systemrelevant – auch in der Corona-Krise.

 

Die besonderen Umstände der Corona-Pandemie bestätigen die Apotheken in ihrer Rolle als erste Anlaufstelle bei Gesundheitsfragen. Dabei ist das Apothekenpersonal wie alle anderen Gesundheitsfachleute stark gefordert und dem Risiko einer Ansteckung ausgesetzt.

 
Fakt 15 2021 Fakten und Zahlen DE

Fakt 15: Apotheken sind systemrelevant – auch in der Corona-Krise.

 

Erste Anlaufstelle in der Corona-Pandemie

Die Apotheken sind während der ganzen Corona-Pandemie jederzeit verfügbar und helfen an allen Fronten: Sie geben die Verhaltensregeln der Behörden an die Bevölkerung weiter und sind mit Hamsterkäufen und Medikamentenlieferengpässen konfrontiert. Sie setzen die Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung und ihrer Mitarbeitenden schnellstmöglich um und passen sie laufend an. Die Apothekenteams stellen Händedesinfektionsmittel her, erweitern den Hauslieferdienst und nehmen Rezeptverlängerungen für chronisch kranke Patientinnen und Patienten vor, während die Arztpraxen zeitweise geschlossen bleiben. Die Spitalapotheken werden bei der Bewältigung der besonderen Lage ebenfalls auf eine harte Probe gestellt.

 

Fakt 19: Ein therapietreuer Patient verursacht 4× weniger Kosten als ein therapieuntreuer.

 

Die Therapietreue muss gefördert werden, denn sie senkt die Kosten um Faktor 4 (siehe Fakt 20): Nur wenn die Patientin die Notwendigkeit und Anwendung ihrer Therapie sowie die Folgen eines Therapieunterbruchs versteht, wendet sie die Medikamente richtig an. Leider ist das nicht immer der Fall, sei es aus Angst vor Nebenwirkungen oder weil die Einsicht fehlt, das Medikament wirklich zu brauchen. Dies kommt oft bei Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes oder Asthma vor, weil die Folgen der Krankheiten erst in einem sehr späten Stadium zu spüren sind – wenn bereits irreparable Schäden da sind. Eine der Kernaufgaben von Apothekerinnen und Apothekern ist deshalb, die richtige Anwendung zu begleiten. Das ist möglich, wenn das Medikament in der Apotheke bezogen wird und die pharmazeutische Beratungsleistung fair abgegolten wird.

 

Wochendosiersystem fördert Therapietreue

Mit einem praktischen Wochendosiersystem unterstützen Apothekerinnen und Apotheker Patientinnen und Patienten bei der sicheren, regelmässigen und zielführenden Anwendung von Medikamenten. Die persönliche Beratung bei Therapiestart und die Begleitung während der Therapie helfen Menschen mit chronischen Krankheiten und optimieren langfristig die Therapietreue.

 
Fakt 19 2021 Fakten und Zahlen DE

Fakt 19: Ein therapietreuer Patient verursacht 4× weniger Kosten als ein therapieuntreuer.

 

Fakt 21: Der Preisindex für Medikamente ist stark rückläufig.

 

Der Ertrag der Apotheken pro abgegebene Packung ist aufgrund verschiedener Sparmassnahmen seit Jahren rückläufig. Diese Entwicklung wird anhand der Preisindizes diverser Warengruppen der Gesundheitspflege deutlich. Die Preisindizes bilden die durchschnittliche Entwicklung der verschiedenen Warengruppen ab. Der Preisindex für Medikamente hebt sich deutlich von demjenigen anderer Bereiche des Gesundheitswesens ab und sinkt rapide: Seit 2010 ist er von 100 auf 76,9 gefallen. Während der Preisindex abhängig
ist von der Menge, wird der Durchschnittspreis pro Packung durch hochpreisige Medikamente in die Höhe getrieben.

 

Wirtschaftliche Herkulesaufgabe

Der notwendige Erlös zur Deckung von Personal-, Infrastruktur- und übrigen Betriebskosten sinkt infolge der behördlich verordneten Preissenkungen und der Eingriffe in die Vertriebsabgeltung. Viele Apotheken befinden sich dadurch in einer wirtschaftlich schwierigen Lage. Trotz einer teilweisen Kompensation der Einbussen durch die erhöhte Nachfrage wird es immer schwieriger, die steigenden Kosten zu decken. Ausserdem müssen Apotheken laufend in Fort- und Weiterbildung und Qualität investieren. Reichen die Mittel dazu nicht aus, ist die flächendeckende medizinische Grundversorgung für die Bevölkerung durch die Apotheken gefährdet. Das wollen die Apothekenteams verhindern und auch in Zukunft als erstklassige Anlaufstelle im Gesundheitswesen bestehen. Mit der Petition (siehe Fakt 23) wissen sie die Bevölkerung hinter sich.

 
Fakt 21 2021 Fakten und Zahlen DE

Fakt 21: Der Preisindex für Medikamente ist stark rückläufig.

 

Fakt 22: Apothekerinnen und Apotheker arbeiten mehr, verdienen aber weniger.

 

Hersteller, Apotheker und Hausärzte haben infolge der Preisüberprüfungen des Bundesamts für Gesundheit 1 Milliarde Medikamentenkosten eingespart.

 
Fakt 22 2021 Teil 2 Fakten und Zahlen DE

Fakt 22: Apothekerinnen und Apotheker arbeiten mehr, verdienen aber weniger. (1/2)

 
Fakt 22 2021 Teil 1 Fakten und Zahlen DE

Fakt 22: Apothekerinnen und Apotheker arbeiten mehr, verdienen aber weniger. (2/2)

 

Fakt 24: Der Generika-Anteil soll erhöht werden – aber ohne Referenzpreissystem.

 

Die Apotheker unterstützen die Förderung von Generika. Sie lehnen aber jeden Zwang zum Medikationswechsel ohne explizite Zustimmung der Patientin entschieden ab. Die Therapietreue darf nicht durch einen erzwungenen Medikationswechsel gefährdet werden (siehe Fakt 19 / 20). Zudem droht der Markt bei einem Referenzpreissystem auszutrocknen durch das Risiko, dass es nur noch ein Medikament oder gar keines mehr gibt (siehe Fakt 25).

 

 

Vorschläge für sinnvolle Sparmassnahmen im Medikamentenbereich

  • Dringende Anpassung des Vertriebsanteils (Art. 38 Krankenpflege-Leistungsverordnung, KLV), um preisbezogene Fehlanreize vollständig aufzuheben: Fixzuschlag von CHF 9.45, Prozentzuschlag von 3 %, max. Zuschlag von CHF 300 pro Packung.

  • Senkung der Fabrikabgabepreise durch strengere Regeln zur Preisfestsetzung bei Generika sowie häufigere Preisüberprüfungen.

  • Erhöhung des Generika-Anteils dank Anreizen, die in den Tarifverträgen mit den Krankenversicherern festgelegt wurden (z.B. neuer Apothekentarif LOA V).

Im Vergleich zu den Auswirkungen eines Referenzpreissystems bringen Anreize, Medikamente mit besserem Kosten-Nutzen-Verhältnis abzugeben, grössere Einsparungen ohne Kollateralschäden: Das Sparpotenzial dieser Massnahmen wird auf 270 Millionen Franken pro Jahr geschätzt.

 
Fakt 24 2021 Fakten und Zahlen DE

Fakt 24: Der Generika-Anteil soll erhöht werden – aber ohne Referenzpreissystem.

 

Fakt 25: Die Lieferengpässe nehmen in beunruhigender Weise zu.

 

Spitäler, Leistungserbringer in der Pflege und Apotheken sind täglich mit Lieferengpässen bei Medikamenten konfrontiert. Diese führen zu einem Mehraufwand für das Personal, das Ersatzpräparate suchen muss. Trotz dieser Anstrengungen sind vor allem die Patientinnen und Patienten in ihrer Therapie betroffen: Wenn ein Medikament, auch ein Generikum, nicht verfügbar ist, bedroht das die optimale Therapie und die Sicherheit. Die Zahlen sind besorgniserregend und verzeichnen einen dramatischen Anstieg.

 
Fakt 25 2021 Fakten und Zahlen DE

Fakt 25: Die Lieferengpässe nehmen in beunruhigender Weise zu.

 

Preisdruck drängt Hersteller vom Markt

Die am stärksten betroffenen Wirkstoffe sind insbesondere Antibiotika, Analgetika, langjährig erprobte Krebsmedikamente sowie Impfstoffe. Die meisten dieser Medikamente sind kostengünstig und seit langer Zeit im Einsatz, weshalb sie in der Erstversorgung breite Anwendung finden. Bei zu starkem Preisdruck werden viele Hersteller aus Rentabilitätsgründen vom Markt gedrängt mit der Folge, dass die gesamte Versorgung sowie der gesunde Wettbewerb bedroht werden. Bereits heute hängt unsere Medikamentenversorgung von den wenigen wirtschaftlich überlebenden Herstellern ab für viele Wirkstoffe, die nur noch in Indien oder China produziert werden. Die Schweiz riskiert eine Versorgungskrise aufgrund einer unverantwortlichen und kurzfristigen wirtschaftlichen Sichtweise.

 

Fakt 26: Die Apotheken haben ihre Effizienz um 14% gesteigert.

 

Das Absatzvolumen der rezept- und kassenpflichtigen Medikamente ist seit 2009 um 40% gestiegen. Flacher gestiegen sind der Ertrag aus dem Vertriebsanteil (20%, Preisfestlegung durch Bundesamt für Gesundheit) und der Ertrag aus pharmazeutischen Leistungen (34%, LOA-Leistungen). Die Mechanismen des Tarifvertrags LOA (Leistungsorientierte Abgeltung, Vertrag zwischen Krankenversicherern und Apothekern) funktionieren somit wie gewünscht: Eine Steigerung des Absatzes führt nicht automatisch zu höherem Ertrag.

 

Grosse Herausforderungen 

Ein deutlicher Anstieg kann jedoch beim Umsatz zum Fabrikabgabepreis der Hersteller (34%) beobachtet werden. Das ist einerseits durch den Anstieg der Anzahl Packungen und anderseits durch die Einführung neuer teurer Medikamente zu erklären. Da die Anzahl Packungen wesentlich stärker steigt als der Vertriebsanteil, ist der durchschnittliche Ertrag pro abgegebene Packungen seit 2009 um 14% auf CHF 16.81 pro Packung gesunken. Das stellt für die Apotheken eine grosse Herausforderung in der Zukunft dar.

 
Fakt 26 2021 Fakten und Zahlen DE

Fakt 26: Die Apotheken haben ihre Effizienz um 14% gesteigert.

 

Fakt 27: Weitere Kürzungen beim Vertriebsanteil bedeuten Personalabbau.

 

Damit Apotheken weiterhin ihren unverzichtbaren Beitrag für die medizinische Grundversorgung leisten können, müssen sie als KMU im wirtschaftlichen Umfeld bestehen können. Das Besondere an der Situation der Apotheken: Sie sind bei einem Teil ihrer Produkte, nämlich bei jenen Medikamenten, die von der Krankenkasse bezahlt werden, nicht frei in der Preisgestaltung. Die staatlich verfügten Kürzungen beim Vertriebsanteil führen bei steigenden Betriebskosten und Löhnen zu sinkenden Bruttomargen, insbesondere bei den tiefpreisigen Medikamenten.

 
Fakt 27 2021 Fakten und Zahlen DE

Fakt 27: Weitere Kürzungen beim Vertriebsanteil bedeuten Personalabbau.

 

Viele Apotheken sind gefährdet

Apotheken müssen einen Teil ihres Gewinns reinvestieren, zum Beispiel in Software, Infrastruktur und Fortbildung. Bereits heute sind viele Apotheken aufgrund ihres geringen Gewinns in einer wirtschaftlich schwierigen Lage.

Beratungsqualität bedingt Personal

Die Beratungsdienstleistung ist der grösste Trumpf in der Apotheke – und der ist personalintensiv. Die durchschnittliche Anzahl Vollzeitbeschäftigte pro Apotheke beträgt pro Woche 8,5 (Vorjahr 8,5). Die durchschnittlichen Öffnungszeiten pro Woche sind von 58,4 auf 58,6 Stunden gestiegen.

 

Fakt 31: Der Apothekentarif LOA IV/1 erhöht die Sicherheit der Patientinnen und Patienten.

 

Sowohl während der regulären Öffnungszeiten als auch im Notfalldienst ist immer mindestens eine diensthabende Apothekerin vor Ort, die jedes Arztrezept überprüft. Dank des Vieraugenprinzips und Checks werden Fehler und Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Medikamenten verhindert.

 

Medikamenten-Check

Beim Medikamenten-Check überprüft die Apothekerin das Rezept:

  • Bestehen Risiken?

  • Kann es zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen?

  • Gibt es Widersprüche?

  • Stimmt die Dosierung?

  • Wie und wann soll das Medikament eingenommen werden?

  • Welche Packungsgrösse ist angebracht?

Die Apothekerin nimmt bei Bedarf Rücksprache mit dem verordnenden Arzt und gibt der Patientin Informationen, damit die Medikamente sicher wirken.

 

Bezugs-Check

Beim Bezugs-Check stellt die Apothekerin sicher, dass die verschriebenen Medikamente zu den übrigen Medikamenten der Patientin passen. Dazu erstellt sie ein Patientendossier, worin die Medikamente erfasst und allfällige Unverträglichkeiten entdeckt werden. Dadurch behält die Apotheke den Durchblick bei allen Medikamenten, auch wenn die Patientin bei verschiedenen Ärzten in Behandlung ist.

 
Fakt 31 2021 Fakten und Zahlen DE

Fakt 31: Der Apothekentarif LOA IV/1 erhöht die Sicherheit der Patientinnen und Patienten.

Weitere kassenpflichte Leistungen der Apotheker

Neben der Validierung und Dossierführung beim Bezug rezept- und kassenpflichtiger Medikamente (MedikamentenCheck und Bezugs-Check) werden in der Apotheke weitere Leistungen erbracht, die von der Grundversicherung der Krankenkasse (obligatorische Krankenpflegeversicherung OKP) übernommen werden. Die Krankenversicherer anerkennen die kostendämpfende Wirkung der Apotheken: Die Leistungen sind im Apothekentarif zwischen Apotheken und Krankenversicherern festgehalten, der sogenannten Leistungsorientierten Abgeltung (LOA). Dazu gehören etwa auch der Ersatz von Originalmedikamenten durch Generika (Substitution) oder der Notfalldienst zur Sicherstellung der Versorgung ausserhalb der Öffnungszeiten. Auch Wochendosiersysteme sind sehr beliebt und unterstützen Patientinnen und Patienten in ihrer komplexen Medikation.

Kostensenkende Betreuung von chronisch Kranken

Die Apotheken bieten weitere Dienstleistungen für chronisch kranke Menschen an wie Blutdruck- und Blutzuckermessung, Cholesterinbestimmung, Herz-Check, Hauslieferdienst, Wundversorgung und Ernährungsberatung. Diese Leistungen werden aktuell von der Grundversicherung nicht vergütet. pharmaSuisse setzt sich hier für passende Zukunftslösungen ein, um einerseits Patientinnen und Patienten optimal zu begleiten und anderseits faire Abgeltungen zu etablieren (siehe auch Fakt 28).

 

Fakt 32: Die Krankenversicherungsprämien steigen überproportional.

 
Fakt 32 2021 Fakten und Zahlen DE

Fakt 32: Die Krankenversicherungsprämien steigen überproportional.

 

Fakt 35: Nur 3,2% der Krankenkassenprämien entfallen auf Apotheken.

 
Fakt 35 2021 Fakten und Zahlen DE

Fakt 35: Nur 3,2% der Krankenkassenprämien entfallen auf Apotheken.